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Herwig Irmler, 70 Jahre               27. Dezember 2010 
Den Süden kannst Du immer neu entdecken. Tu es!
Es sieht aus wie ein Land am Meer.
Es riecht so. Es klingt so bekannt- ja vertraut, dass ich nicht nur denke. – Nein, ich spür es. Ich könnte in Italien oder Griechenland sein.
Hab ich doch in diesen warmen, freundlichen, lebhaften und liebenswerten Ländern schon zwanzig Mal den Sommerurlaub verbracht. Nicht nur so. Ich muss es deutlicher und freundlicher sagen: „Ich hab wirklich alles genossen!“ Deshalb schenkt mir der südliche Reiz von
viva l'amore oder das bekannt freundliche kaliméra ein sehr geliebtes- damals sogar- heiß begehrtes Gefühl erholsamer Wärme.
Schließlich war ich mit meiner Frau Marianne und zuletzt sogar einmal mit vier- von unseren fünf Kindern auf Griechenland-Urlaub. Dem sonnigen Land am blauen Meer. Natürlich darf ich an dieser Stelle unser fünftes Kind nicht vergessen oder gar ungenannt lassen. Entstand doch Christina im Glück des griechischen Südens. Auf einer Insel. Im Zelt. Auf `luftleerer Matratze´! Wie spannend… Und so glücklich!

Und weil eben Lust und lustig
immer noch- in verschiedener Weise reizvoll sein können,
nicht zuletzt im warmen Süden, gönne ich mir heute einen Blick nach Italien. Ich brauch nicht selbst hinfahren. Man ist ja überzeugt, Italien bestens zu kennen.

Diesmal war mein Sohn Thomas der fröhliche Kurz-Urlauber. Gemeinsam mit seiner Frau Romana. Und wie man gleich unschwer erkennen kann: Auf spannende Geschehnisse
braucht man nicht lange zu warten. Es klopft bereits an die „Erlebnis-Tür“. Und was ich höre, empfinde ich einfach als unglaublich. Aber- wenn ich daran Spaß habe, dann sage ich einfach: „Tu Dir keinen Zwang an, Thomas. Leg einfach los. Erzähle!“
„Ich unterbreche zwar ungern, bitte aber die interessierten Leserinnen und Leser noch ein wenig um Geduld! Ich möchte kurz an Italien denken. So wie ich es schon mehrfach erkennen und erleben konnte“.
Ja,
oft hat sich schon die freundliche Begegnung in Italien abgespielt. Einiges davon empfinden wir als bekannt. Die flotten Italiener sehen gut aus. Sind meist bester Stimmung. Sie sind vielfach schick gekleidet. Im Blickpunkt fühlt man- und erkennt:
Eine Vorzeige-Kultur. Die positiven Kriterien werden in persönlichen Gesprächen deutlich. Das freut die Gäste.
Ich sehe in diesem Land ein besonders lebens- und liebenswertes Volk.
Sie gestikulieren oft, sprechen deutlich und geben nicht selten ein casino ab, was soviel wie „Chaos“ bedeutet.
Aber in einer überaus freundlichen und zuvorkommenden Art und Weise.
Und hab ich die Italiener irgendwann- und irgendwo zu hart- sprich ungerecht behandelt
oder beurteilt, dann fällt mir keine Perle von der Krone, wenn ich freundlich scusi sage.
Thomas und Romana
haben sich für den Kurz-Urlaub ein Auto gemietet.
Es war preislich OK! Und so erzählen sie jetzt über folgendes Erlebnis:
„Für die Sternfahrten mussten wir den Sparstift nicht deutlicher einsetzen, als wir dies ohnehin gewohnt waren. Für uns erschien es als selbstverständlich, die Fahrregeln und die vorgeschriebene Geschwindigkeit einzuhalten.

Das gefiel den `Italo´- Fahrzeuglenkern nicht in der uns bekannten Weise. Das merkten wir weniger durch unüberlegte Überholmanöver. Nein! Vielmehr durch ein deutliches- und für uns oft beängstigendes drängen. So als wollten die sportlich fahrenden Autolenker, unsere Hinterräder polieren. Und da wir das nicht in Anspruch nehmen wollten, sahen wir uns immer wieder genötigt, mehr Gas zu geben, als das den Carabinieri zuzumuten war. Zum Glück waren wir von amtlichen Kontrollen verschont geblieben.    

 
Wir empfanden es als sehr angenehm,
dass wir dort angekommen waren,
wo wir uns das als `erste Stazion´ vorgenommen hatten. Zwei Tage Fahrpause müssen wir uns wirklich gönnen. Und dass uns nicht nur beim Fahren – Italien näher gekommen ist, sondern auch der direkte Kontakt als unvergleichlich zu österreichischen Verständnissen
zu erkennen war, machte uns deutlich klar, wie die fröhlichen Sitten hierzulande
gebräuchlich sind“.
Natürlich sammeln sich beim Autofahren verschiedenartige Bedürfnisse an. So gibt der Körper eindeutige Signale, sich etwas Ruhe zu gönnen. Das kann er doch haben!

 
Die Gaststube
-
wie sie bei uns genannt wird, sieht ordentlich aus. Sauber gedeckte Tische, empfinden wir Gäste als besonders einladend. Kaum Platz genommen, fällt uns das reinliche, ja geradezu fabrikneue Ambiente dieser Gaststube auf.
Es ist ja bekannt, dass es in einem Ristorante Napoli so aussieht. Kerzenschein, aus dem Lautsprecher- nicht zu laut- die Musik von `Al Bano´! An der farbenfrohen Wand
hängen Ölbilder von Neapel und Palermo. Einfach alles umwerfend romantisch.
 
„Da werden wir uns sicher wohlfühlen“
,
sagt Romana. Thomas sagt dazu nichts. Man weiß ja. Widersprechen- noch dazu einer Frau- das sollte ein Mann tunlichst lassen.
Außerdem: Da kommt ja schon der Kellner. Er wirkt klein, scheint aber flink zu sein.
Er nennt sich Alfredo. Das haben wir schon aus Gesprächen vom Nachbartisch her gehört.
Langer Rede- kurzer Sinn: Jetzt können wir la dolce vita und bella Italia wieder einmal ordentlich auskosten. Das denken wir jedenfalls.
 
Der deutschen Sprache

ist der freundliche Kellner mächtig. Das ist angenehm. So kann rasch der jeweils andere Gesprächspartner die Wünsche erkennen.
Und kompliziert ist unser Frühstückswunsch ja nicht.
Thomas bestellt neben Kaffee, Brötchen und einer Süßspeise, zweimal eine Eierspeise von je drei Eiern. Mhm, das wird lecker schmecken! Zumindest erwarten sich das die Hungrigen. Jedoch…

 

Die Eierspeise ist noch nicht am Tisch.
Aber ruhig Blut. „Schau, da kommt ja schon unser Kellner“, sagt Romana. „Er trägt zwar nichts in der Hand.
Aber 1. Was nicht ist, kann ja noch werden.
Und 2. Will er uns etwas sagen? Hat er die Eierspeise etwa verschmoren lassen? Haben die Hühner zu wenig hergegeben?“
Kellner sind dazu da, den Kunden dienlich zu sein. Das schaut auch ganz danach aus.
Die Gastfamilie schenkt ihm ein freundliches Lächeln. Das kann ja nicht schaden.
„Seid ihr Raucher? Habt Ihr Zündhölzer oder ein Feuerzeug?“- fragt Alfredo.
„Nein“, sagt Thomas. Und in fragendem Ton; „Wir sind doch hier in der Nichtraucher Zone?“  „Ja schon – aber…“
Alfredo dreht sich ohne weitere Kommunikation um, und verlässt das gemütliche Speisezimmer. Na gut, er wird ja gleich wieder kommen. Denken die Hungrigen.
Dass Glauben nichts mit Wissen zu tun hat, das konnten die Gäste unverzüglich erkennen. Der so sehnlich erwartete Kellner kommt nicht wieder.

 
Thomas findet das nicht lustig.
Er steht auf, um ihn zu kontaktieren. Er geht in Richtung Küche. Vom gemütlichen Aufenthaltsraum aus, ist der, den wir suchen, nicht mehr zu sehen. Na wunderbar.
Thomas kommt ja schon wieder.
„Und, was kannst Du berichten. Wann bekommen wir die leckere Speise?“- fragt Romana wissbegierig. „Gar nicht mehr. Unser Kellner ist schon nach Hause gegangen!“
Romana: „Das verstehe ich nicht. So etwas hab ich noch nie erlebt.“  Tomas schweigt jetzt. Aber weil die verhinderten Eierspeis Kunden diese Enttäuschung erst verkraften müssen, geht man am besten in die `Luft´. Sieht sich ein wenig um, und erfreut sich an den bunten Geschäftslokalen…

 
Der zweite Kurzurlaubstag
beginnt wie der erste. Mit Frühstück. „Guten Morgen!“-
`Da, schau! Unser Kellner, Herr Alfredo nimmt wieder seinen Dienst auf´-
stellen die zwei Hungrigen fest. Deutlich zu erkennen- `Ro + Tho´ haben ihren Gusto nach Eierspeise noch nicht verloren. Sie nehmen aber zur Kenntnis, dass `Alf´ freundlich grüßt. Die Gäste sind sprachlos. Sie nicken… Und denken sich: `Wir hätten uns eine Entschuldigung erwartet´.
Aber dann– wer kann das verstehen? Thomas gibt ihm- ohne Worte- eine Schachtel Streichhölzer. Und er, unser interessanter Servicemann, nimmt sie mit freundlichem Kopfnicken- auch ohne Worte, zu sich. Jetzt sieht es doch tatsächlich so aus,
als könnte die Zündholzschachtel die lückenhafte Kommunikation übernehmen.
Romana sagt nur „Nein, ich glaub´s einfach nicht.“…
Nach wenigen Minuten kommt der Kellner zurück. In der Hand hält er zwei Teller mit frisch dampfender, goldgelber Eierspeise…

Das haben die jetzt glücklich Staunenden, als „wunderbar“ empfunden.

Herwig Irmler
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